Shetland – Anspruchsvolles Traumziel im Norden

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Skipper und Eigner: Klaus Günther / SVM
Zeitraum: 29. Mai bis 5. August 2019
Gesamtstrecke: 1.758 sm

Nach dem heißen Sommer 2018 mit überfüllten Häfen von Stockholm bis Turku/Finnland hat es uns wieder in die einsamen und kühleren Gefilde des Nordens gezogen. Vier Mannschaften mit je zwei Mitseglern haben folgende Etappenziele gemeistert:

Barth - Kopenhagen/DK - Mølle/S - Anholt/DK - Limfjord - Thyborøn - Mandal/N - Tananger-Lerwick/UK - Fair Isle/UK - Utsira/N - Kristiansand/N -Thyborøn/DK - Anholt/DK - Viken/S-Malmö/S - Klintholm/DK - Hiddensee - Barth

In Kopenhagen wurde im Tuborghafen (Königlicher Yachtclub mit zwei riesigen Tuborg-Bierflaschen als Molenfeuer) ein Stopp eingelegt. Ausstattung und Preise waren auch wirklich königlich (Bild S001).

Mit SW 2…4…5 und schließlich 7 Bft. ging es nach Mølle/Schweden am Kullen, dem Eingangstor zum Kattegat. Die letzte Box war natürlich zu schmal für unsere „Dicke“ und konnte am nächsten Tag nur mit viel Duschgel auf den Scheuerleisten wieder verlassen werden (Bilder S002, S003, S004).

Mit einem Stopp auf der Insel Anholt ging es über das Kattegat bei Hals in den wunderschönen Limfjord. Neben der (magen-)beruhigenden Landschaft hat diese Route den Vorteil, dass die Skagerraküberquerung kürzer und die Windrichtung meistens günstiger ist. Die Häfen sind durchweg empfehlenswert und außerdem sind an vielen schönen Plätzen im Sommer gelbe Festmacherbojen für den allgemeinen Gebrauch (im Gegensatz zu den blauen schwedischen SXK-Bojen) ausgelegt (Bilder S005, S006, S007).

Der erste Crewwechsel einschließlich großzügiger Verproviantierung erfolgte in Thyborøn am Ausgang des Limfjordes zur Nordsee (Bilder S008, S009, S010). Nun begann der Ernst des Lebens, d.h. 90 sm bis Mandal in Norwegen. Bis auf die Wellenhöhe von 2,5 m, abnehmend 1,7 m, war die Fahrt schnell und kitschig schön mit Sonnenuntergang auf dem Meer und stundenlanger Delphinbegleitung. Nur der Appetit hielt sich in Grenzen. Der Wind zur Umrundung des berühmt-berüchtigten Kap Lindesnes, dem südlichsten Punkt von Norwegen, war bei dieser Tour mit ENE 4 … 5 Bft., 7-9 kn Fahrt und nur mäßigem Wellengang ideal für meine 7. Überquerung. Bisher hatten wir seltsamerweise immer Glück …, dann kam wie aus dem Nichts ein schwarzes Schnellboot mit „schwarzen Gestalten“. „Norwegischer Zoll – dürfen wir an Bord kommen?“ Wir haben uns gleich kampflos ergeben und erklärt, dass wir eigentlich nach England wollen und in Stavanger nur Ersatzmann Christian (Andy aus Hamburg hatte sich zwei Rippen gebrochen) an Bord nehmen wollen und der Alkohol nur für Eigenbedarf bestimmt ist, was ja auch wirklich stimmte.

Etwa 50 l Bier, 7 l Hochprozentiger und Kiras Urlaubswein standen zur Disposition. Nach Überprüfung aller Papiere einschließlich Prüfsiegel der Rettungswesten konnten wir weiter. Auweia das war knapp. Wahrscheinlich haben die aber nur nach illegalen Flüchtlingen geschaut (Bild S011).

Die nächsten Tage zum Kap Lista, Egersund und Tananger waren schon „richtige Seefahrt“ bei günstiger Windrichtung aber elendiger Schaukelei (Bild S012). Zur Erholung sind wir kurz vor Tananger die kleine Insel Rott angelaufen. Einfach ein Traum und dazu war es auch noch warm (Bilder S013, S014, S015). In Tananger (10 km entfernt vom Flughafen Stavanger-Sola) konnten wir mal wieder an meinem preiswerten Lieblingsplatz liegen, d.h. längsseits, kurze Wege zur Toilette, Dusche und zum Müll, „Hafenkino“ inklusive und W-LAN vom Nobelhotel Hummeren (Bild S016). Am Abend hat Christian zur Stärkung vor der großen Überfahrt nach England noch eine „Tote Oma“ gezaubert, da niemand vorhersagen konnte, wie aufnahmefähig unsere Mägen seien werden (Bild S017).

Bei südlichen Winden von bis zu 6 Bft., 2 m Welle und zunehmender Kälte von Luft und Wasser ging es am nächsten Tag gleich zur Sache. Trotz Funktionsunterwäsche, 2 Pullovern, Polarsocken, gefütterten Seestiefeln und dicken Handschuhen haben wir nach einem halben Tag gefroren wie die Schneider (Bilder S018, S019). Das Schlimmste für mich persönlich war das Wirr War von Öl- und Gasplattformen mit ihren Übergabe-Terminals für die Tanker bei Nacht (Bilder S020, S021). Trotz allgemeiner Energieknappheit (viel Autopilot, Navigationselektronik) haben wir am frühen Morgen die Heizung für ein paar Stunden laufen lassen. Mit warmen Füßen und heißen Getränken (keiner wollte ein 10°C-Bier???) war die Moral wiederhergestellt. Ab 10:00 Uhr des nächsten Tages (19. Juni 2019) war bis auf die Temperaturen Karibik-Feeling angesagt, d.h. Sonne, Vollzeug, richtig hellblaues Wasser (warum auch immer), Wind SSE 4-5 Bft., lange, sanfte 1 bis1,5 m-Wellen und aktivierter Autopilot (Bilder S022, S023). Um 13:41 UTC wurde der Nullmeridian überquert. Der zu diesem Zwecke mitgeführte und vom norwegischen Zoll großzügig übersehene Linie Aquavit konnte nun endlich bei mäßigem Appetit geöffnet werden (Bilder S024, S025).

Shetland wir kommen! (Bilder S026, S027, S028)

Nach 36 h und 222 sm (GPS) haben wir um 21:30 LT am Schwimmponton der Victoria Pier in Lerwick festgemacht (Bild S029). Am nächsten Tag haben wir im edlen Vereinshaus vom Lerwick Boatclub erst im Pub ein paar Tennents zu uns genommen und im Anschluss offiziell den SVM-Stander übergeben (Bilder S030, S031, S032). Nun musste schleunigst eine neue Gastlandflagge aus einer Girlande gebastelt werden, da ich unwissender Weise mit der UK-Flagge eingelaufen bin, was zwar formal richtig, aber unhöflich ist (Bild S033). Wenn eines der vielen Kreuzfahrtschiffe zu Besuch kommt, was fast jeden 2. Bis 3. Tag der Fall ist, verwandelt sich das verschlafene Städtchen kurzzeitig zu einer Shopping Mall. Leider müssen die armen Segler dann mindestens einen Schwimmponton für die Tender räumen, damit die Touris im Schnelldurchgang bespaßt werden können (Bilder S034, S035, S036, S037, S038, S039, S040, S041, S042).

Am 21. Juni 2019 wollten wir zur Insel Fair Isle im Atlantik segeln. Die angekündigte Windstärke von 6 bis 7 Bft. war zwar grenzwertig, die Windrichtung mit WNW aber brauchbar. Leider hatten sich Windfinder, YR, Windy und DWD etwas vertüdelt (wahrscheinlich schreibt einer vom anderen ab). Es blies zwar heftig, aber leider aus WSW, teilweise sogar aus SW. Damit war im „The Hole“ (extrem gefährliches Seegebiet mit Eddies, Roosts und Overfalls zwischen Sumburgh Head und Fair Isle) kein sinnvolles Vorankommen mehr möglich. Die Kiste hat „gerappelt wie eine Kartoffelsortiermaschine“ (Zitat W. Erdmann an ähnlicher Stelle). Die einzig sinnvolle Option war ein geordneter Rückzug (Bild S043). Wir haben uns für einen Ankerplatz in der Grutness Voe (Voe - schottisch für Fjord) entschieden. Dann haben wir Kreuzfahrt gespielt und die „bekloppten Touris“ mit dem Schlauchboot an Land geschifft. Ausflugsprogramm (ausnahmsweise ohne Aufpreis!): Sumburgh Head mit seiner Vogelwelt (Bilder S044 bis S054).

Da der Hafen von Lerwick durch das North Sea Triangel Race und das Bergen-Shetland Race proppevoll wurde (Bilder S055, S056, S057), sind Thomas und ich nach Christians Rückflug am 26.Juni 2019 bei frischem Wind aus W bis WNW alleine nach Fair Isle gesegelt, besser geflogen. Dabei hat sich eine Leine der Lazy Jacks gelöst. Da in der Nacht weiter ein starker Wind geweht hat, haben sich die Reste der Leine bei unserem englischen Nachbarn im Flügelrad seines Windmessgebers verfangen. Als Zweimaster war sein Hauptmast Gott sei Dank etwas niedriger als der unsrige, so dass die erfolgreiche Operation von uns aus 15m Höhe durchgeführt wurde. Der nette Engländer hätte trotzdem von vornherein auf alle Ansprüche verzichtet. Ich liebe diese wirklichen Gentlemen alter Schule (Bilder S058, S059). Wir haben noch lange über Gott und die Welt gesprochen (und natürlich nicht über den Brexit). Obwohl der Hafen nur Platz für zwei bis drei 40-Fuß Yachten hat, waren wir um 23:00 Uhr 17 Schiffe. Es war trotzdem sehr lustig, interessant und very international (Bilder S060, S061). Fair Isle gehört zu Shetland, hat 54 Einwohner (Bilder S062, S063, S064), wesentlich mehr Schafe (Bilder S065, S066), ist ein Eldorado für Ornithologen (Bild S067) und hat manchmal auch schönes Wetter (Bild S068). Das neue, international bekannte Vogelobservatorium fiel im März leider einem Brand zum Opfer (wahrscheinlich Brandstiftung). Damit existieren nun auch für die Segler leider keine Sanitäranlagen mehr.

Kira kam zu den Shetlandinseln standesgemäß natürlich mit dem Flieger (Bild S069). Im Vordergrund der „Expedition“ stand neben der nordischen Fauna auch alles very Britische bzw. Schottische (Bilder S070 bis S080). Unsere Segeltour um die Isle of Noss und Bressay sowie das anschließende Ankern in der Aith Voe waren das Naturerlebnis schlechthin. Tausende von Seevögeln – Gannets, Puffins, Arctic Terns, Great Skuas, Kittiwakes, Storm Petrels,… und, und, und…haben uns mit Riesengeschrei begleitet. Grey Seals und Commen Seals (Seehunde) sowie Delphine haben die großartige Show komplettiert. Letztendlich sind nur die Killerwale leider nicht zur Vorstellung erschienen (Bilder S081 bis S090).

Mit Peter und Friedrich wurde der Crewwechsel für die Rück-Tour eingeleitet (Bild S091). Friedrichs Gepäck kam erst nach 3 Tagen abends um 22:00 Uhr per Taxi zum Hafen. Das Inselhopping musste leider ausfallen, um den „Fahrplan“ mit Puffer noch einigermaßen einhalten zu können. Nach dem Tanken ging es am 16.Juli 2019 gegen 11:00 Uhr gleich auf die große Reise Richtung Insel Utsira/Norwegen. Mit S – SSW um 3 Bft. begann der Törn trotz Nebel (Bild S092) unter Vollzeug ganz hoffnungsvoll. Um 18:18 UTC erfolgte auf der Breite 60° 06,68’N wieder der Wechsel auf östliche Länge mit dem obligatorischen Schluck Linie (Bild S093). Trotz großzügiger Spende an Rasmus drehte der Wind leider zu unseren Ungunsten immer mehr auf E-ESE. Zum Ausgleich gab es Regen, Nebel und Kälte obwohl die Wassertemperatur von 10,5°C auf 13°C nach oben geschnellt ist. Gegen Mitternacht kam dann der Wind mit 6 bis 7 Bft. ziemlich genau von vorne und dass bei einer ekelhaften Kreuzsee. Die Fahrt wollte trotz Motorhilfe bei ca. 3 kn Fahrt über Grund einfach kein Ende nehmen. Am 18.Juli 2019 gegen 6:00 Uhr morgens sind wir in den Nordhafen von Utsira eingelaufen (Bild S094). Der komfortablere Südhafen (Sanitär, Elektro) war bei 3 m Welle aus SE durch die vorgelagerten Klippen und die schlechte Sicht tabu. Nach dem Start der Dieselheizung, der Entledigung von den nassen Klamotten, einer kleinen Stulle und Kräutertee! gab es für alle nur noch einen Wunsch – ab in die Kojen.

Zitat aus dem Bordbuch Nr.11 Seite 62:„Schlimmste Fahrt seit Jahren… Bin langsam zu alt!

Da das Wetter auf Utsira besser wurde und der Hafen von Tananger bekannt und gut beleuchtet ist, sind wir 19. Juli 2019 erst am Nachmittag Richtung Tananger aufgekreuzt (Bilder S095 bis S099). Gegen 1:30 Uhr sind wir bei nunmehr guter Sicht am „Stammplatz“ angekommen.

Nächster Stopp auf der Fahrt nach Süden war einer meiner Lieblingsankerplätze in Norwegen, die Rausvågenbucht bei der Insel Eigerøya, kurz vor Egersund (Bilder S100 bis S102). Unter regengepeitschter Rauschefahrt geht es am nächsten Tag um Kap Lista zum altbekannten Hafen Listahamn. Nachdem sich der Regen verzogen hatte, konnte endlich einmal der Leuchtturm bestiegen werden (Bild S103). Kap Lindesnes war uns trotz Dünung wieder einmal relativ gnädig. Um 20:30 Uhr haben wir bei 20°C Luft- und 18°C Wassertemperatur im Chicky-Micky-Hafen von Mandal angelegt (Bild S104). Hier werden dem geplagten Segler morgens von netten Studentinnen kostenlos Brötchen aufs Boot gebracht. Ansonsten glüht die Kreditkarte. Es folgte die erste Nacht seit Wochen ohne Heizung. Ein ungewohntes aber tolles Gefühl! Dafür empfing uns der nächste Morgen mit pottdichtem Nebel (Bild S105), der sich leider erst kurz vor Kristiansand aufgelöst hat. Solche Fahrten zehren mehr an den Nerven als eine normale Schwerwetterfahrt. Der nächste Tag in Kristiansand lud zum Faulenzen ein. Erstaunlicherweise hat jetzt auch ein kühles schottisches Tennents-Bier mal wieder richtig gut geschmeckt. Bei 25°C Luft- und 22°C Wassertemperatur konnten endlich die Betten, die Matratzen und das Ölzeug richtig in der Sonne getrocknet werden (Bilder S106 bis S109).

Am 27.Juli 2019 ging es dann zur Sache. Mit dem vorhergesagten starken NNE-E – Winden schied das Ziel Skagen und die damit verbundene Nachtfahrt von vornherein aus. Wir haben uns für einen Frühstart um 5:00 Uhr nach Thyborøn und den anschließenden „Altmännertörn“ durch den Limfjord entschieden. Da der Wind auf E 6 bis 7 Bft., in Böen 8 Bft., „aufgefrischt“ hat, war die Überfahrt mit nur 13,5 h rasend schnell. Das ist eine neue persönliche Bestzeit für eine Skagerrak-Überquerung (der Negativrekord liegt übrigens bei 22 h). Die Geschwindigkeit war mit bis zu 10 kn F.d.W bzw. 11,7 kn FüG. teilweise schon beängstigend zumal die Tanker vor Thyborøn teilweise mit nur 8 kn getrödelt haben und uns in die Position des Überholers gebracht haben (Bilder S110 bis S112).

Die Fahrt durch den Limfjord war -bis auf ein Gewitter gleich zu Anfang- schön aber unspektakulär. Allerdings ist es hier in der Haupturlaubszeit schwierig, abends noch einen Liegeplatz im Hafen zu bekommen. Den vorhergesagten Dauerregen sowie Starkwind direkt von vorn haben wir für einen Sightseeing-Tag in Aalborg genutzt. Sowohl die Altstadt als auch das Marinemuseum sind sehenswert (Bilder S113, S114).

Auf der Insel Anholt mitten im Kattegat hätten wir es gut und gerne noch ein paar Tage ausgehalten. Leider wird es immer wieder nur ein kurzer Stopp (Bilder S115, S116). Schade!

Auf dem 55 sm langen Weg nach Viken/Schweden sind wir kurz vor Toresschluss noch der 300 m langen Aida Prima vor den Bug gelaufen. Mit AIS und sicherheitshalber laufendem Diesel kann man so einen Spaß mit knapp 400 m Abstand schon einmal machen. Die gelangweilten Passagiere auf so einem Musikdampfer haben ja sonst keine Abwechslung (Bilder S117 bis S119).

Unzählige Male sind wir schon an Malmö vorbeigesegelt, da meistens Kopenhagen im Fokus stand. Zu Unrecht! Die angelaufene Dockan-Marina liegt in einem neuen teuren Reißbrett-Wohnviertel mit vielen Luxuswohnungen. Malmö ist eine saubere, großzügige und moderne Stadt mit einer belebten, äußerst interessanten Altstadt (Bilder S120 bis S122).

Durch die 57 m hohe Øresundbrücke (Bild S123) ging es mit einem Stopp in Klintholm auf Møn bei meist schwachen Winden zurück nach Barth.

Fazit der Reise

  • Wetter, Strömungen und Tide erfordern eine gute Vorbereitung und die entsprechenden Unterlagen (für die Planung und falls „Navionics“ doch einmal ausfallen sollte). Wenn man einigermaßen seefest ist, sollte Schottland bzw. Shetland aber für jeden erfahrenen und gesunden Segler kein Problem sein. Als ersten Hochseetörn würde ich es natürlich nicht empfehlen.

  • Bei den Wetterberichten haben wir meistens auf YR und Windfinder zurückgegriffen. Die Netzabdeckung ist gut bis brauchbar, aber nicht so perfekt wie in Norwegen. Navtex wurde nur wenig und nicht zur kurzfristigen Wettervorhersage verwendet. Die Hafenbehörde in Lerwick selbst nutzt auch nur den norwegischen YR.

  • Es ist angeraten, sich kleidungsmäßig auf Kälte und Feuchtigkeit einzustellen, wobei nach Aussagen der Einheimischen dieser Sommer wirklich außergewöhnlich kalt war.

  • Die Schotten bzw. die Shetlander haben alle gängigen Vorurteile ad absurdum geführt. Sie sind weder geizig noch seltsam aber dafür äußerst hilfsbereit. Sobald sie merken, dass man Ausländer ist, sprechen sie ein verständliches Englisch (weder gälisch noch Slang). So hat mich beispielsweise ein wildfremder Lerwicker mit seinem Auto kreuz und quer durch den ganzen Ort von einem Ersatzteilladen zum nächsten gefahren. Eine Busfahrerin hat uns auf der nördlichsten Insel Unst mitten in der „Prärie“ zum Wandern ausgesetzt und uns nach 3 h auch genau an dieser Stelle wieder eingesammelt (es war keine offizielle Bushaltestelle!).

  • Die Supermarkt- und Kneipenpreise sind in etwa wie in Deutschland. Nur guten Whisky oder Gin sollte man besser hier kaufen. Das Essen ist viel besser als sein Ruf (auch internationale Küche bis zum Döner). Selbst Haggis haben wir probiert. Man darf halt nur nicht wissen, was drin ist – mir hat’s geschmeckt. Auch Fish & Chips schmecken gar nicht so schlecht; man muss nur rechtzeitig schreien „no vinegar please!“, sonst wird‘s eklig. Das Schönste aber sind die Pubs - egal ob mit oder ohne Folklore. Selbst Kira war begeistert (allerdings mit Fiddle, Klavier und einer Art Akkordeon). Eigentlich kann man mit etwas gutem Willen jedes der gezapften Biere probieren. Hängengeblieben sind wir aber bei Tennents (empfehlen schon Wilfried und Astrid Erdmann) und Stella Artois.

  • Einziger Wermutstropfen nach dieser Reise: Bei einem Loggestand von 23.744 sm ist ein neuer Satz Segel fällig - man gönnt sich ja sonst nichts.

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geschrieben am: 19. November 2019

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